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Glauben und Aberglauben
Spaziergang über den romantischen "Père Lachaise" Friedhof
Dauer: 3 Stunden. 30 Personen maximal.
Durchführbar täglich ab 09.30 Uhr oder ab 14.00 Uhr.

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Wer des Pariser Trubels überdrüssig wird, den fordert der grösste, schönste und berühmteste Pariser Friedhof geradezu zu einem stillen beschaulichen Spaziergang heraus. Benannt ist der friedliche Ort der Besinnung nach dem Père la Chaise, dem Beichtvater Ludwigs XIV., der hier ein Landhaus besass. Als die Stadt 1804 das Gelände zu einem Friedhof umgestaltete, blieb alles erhalten, was zu der Romantik dieses Ortes beitrug, besonders die geheimnisvollen dunkelschattigen Wege, die unter alten Bäumen zu einer Anhöhe aufsteigen.
Zieht die malerische Gräberlandschaft mit moosbewachsenen Gruften, verwitterten Inschriften, lädierten Totenengeln und herumstreunenden Katzen heute viele Besucher an, so hatte es Jahrzehnte gedauert, bis die Pariser sich auf diesem damals am Stadtrand weit abgeschiedenen Totenacker bestatten lassen wollten.
Es bedurfte einer genialen, phantasievollen Initiative, diesen Friedhof zu "lancieren": beflügelte nicht die Natur und der Gedanke an den Tod die Dichter der Romantik, schwelgten sie nicht im Schatten efeubewachsener Ruinen in der Erinnerung an die Vergangenheit?
Nicht etwa zufällig birgt eines der ersten Gräber das berühmte Liebespaar Héloïse und Abälard, das den Franzosen so viel gilt, wie der restlichen Welt Romeo und Julia oder Tristan und Isolde. Sie kamen zu Propagandazwecken hierher. Fortan wollte so manch sentimentale Seele in ihrer Nähe bestattet sein.
Nachdem Molière und La Fontaine denselben Weg angetreten und Balzac viele seiner Romanhelden dort bestattet hatte, bis auch er in seine Erde gebettet wurde, gelang dem bis dato eher gemiedenen Friedhof endlich der Durchbruch. Seither haben eine Million Bürger, darunter Géricault, Chopin, Oscar Wilde und Edith Piaf, auf dem Père Lachaise ihre letzte Ruhestätte gefunden, nicht selten in erstaunlichen Grä­bern, die die Theatralik des Totenkultes im 19. Jahrhundert wiederspiegeln. Eine Zeit, die ebenso romantisch wie fortschrittlich, so gläubig wie abergläubisch war. Auf dem Père Lachaise spielen neben frommen Totenriten Geisterspuk, Spiritismus und Seelenwanderung heute noch immer eine Rolle.
© Contact Paris

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