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Die Stadt des Adels
Stadtwanderung durch die Adelspaläste des 17. Jahrhunderts im Marais
Dauer: 3 Stunden. 30 Personen maximal.
Durchführbar täglich ausser Sonntags ab 09.00 Uhr oder ab 14.00 Uhr.

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Das Marais, ursprünglich eine alljährlich zur Regenzeit von der Seine überschwemmte morastige Sumpflandschaft wurde erst im 17. Jahrhundert urbanisiert, als der Adel und das begüterte Grossbürgertum sich hier niederliessen und unzählige, hierzulande ‘Hôtel’ genannte Stadt- und Adelspaläste entstanden.
Ausgangspunkt und Herz des Viertels ist einer der elegantesten Plätze von Paris : der heute Place des Vosges genannte ehemalige Königliche Platz, dessen Mittelpunkt die Reiterstatue Ludwigs XIII bildet. Den wahrhaft grandiosen Rahmen gibt die einheitliche Saumbebauung ab. Hochherrschaftliche Wohnhäusern von unvergleichlicher Harmonie glänzen durch ein gelungenes Farbenspiel zwischen Back- und Quaderstein unter hohen Schieferdächern. Einst duellierte man sich unter den hohen Fenstern der Erwählten, denen es vergönnt war, sich hier niederzulassen: Angehörige des hohen und niederen Adels, des Schwert- und Amtsadels, Minister, Magistrate, Parlamentarier … Nur einige Schritte weiter reihen sich in der rue des Francs Bourgeois wundervolle Stadtpaläste der Renaissance, des Barocks und des Rokokos aneinander, wie die Hôtels Lamoignon, Carnavalet, d’Albret, d’Alméyras, de Breuil, de Soubise …
Im Gegensatz zu den italienischen Palästen des Barocks demonstriert das Pariser Stadtpalais seinen Reichtum nicht nach aussen, sondern liegt, verborgen hinter einer hohen Mauer, zwischen Hof und Garten. Doch ist allein das Wagentor schon ein sicherer Anhaltspunkt dafür, dass der Besitzer eine Kutsche oder Karosse besitzt, und also für seinen Reichtum. Die prachtvoll mit geschnitzten Kartuschen, Maskenköpfen, Girlanden und dergleichen verzierten Holzpaneele der Türfüllungen, die aufwendigen Türklopfer und Türschlösser sind ein weiteres Indiz. Treten wir ein …
Hinter dem geräumigen, zu beiden Seiten von Wirtschaftsgebäuden gesäumten, gepflasterten Hof erhebt sich, weitab von Trubel und Lärm der Strasse, die breite Fassade des Wohntraktes, für den sich inzwischen der Quaderstein aus hellgelbem Pariser Kalksandstein durchgesetzt hat, der sich wundervoll meisseln lässt, so dass es weder an der Hof- noch an der Gartenseite an steinernen Verzierungen mangelt. Bravourstück des Haupttraktes ist die grosse Ehrentreppe mit ihrem prächtigen schmiedeeisernen Geländer. Nicht minder aufwendig ist der Garten, den früher Orangenbäumchen zierten, deren goldene Früchte ein weiteres Symbol des Reichtums waren.
So, oder ganz ähnlich, gestaltet sich der raffinierte Rahmen, in dem wir das Leben all jener heraufbeschwören, die im Marais einst Rang und Namen hatten, und nicht zuletzt das Dasein einiger Damen, die durch ihr Talent, ihre Klugheit, ihre Schönheit oder ihre Reize bestachen: Mesdames de Sevigné, de Montespan, de Maintenon, Ninon de Lenclos und Marion Delorme. 
Durch die Revolution in Vergessenheit geraten und erst unlängst aus seinem Dornröschenschlaf erweckt und saniert, reihen sich im Marais noch heute die schönsten Paläste aneinander, von denen einige zu Museen umgewandelt wurden.
Der Besichtigungsrundgang ist je nach Interessengebieten und Öffnungszeiten veränderlich. Er kann mit der Besichtigung des Carnavelet-Museums (Eintrittsgebühr) oder des Picasso-Museums (Eintrittsgebühr) verbunden werden.
© Contact Paris

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